Veranstaltungsreihe 













8. Mai - 26. Juni 2026


Hinschauen:

Frauen werden hier in Karlsruhe, direkt vor unseren Augen, gekauft, benutzt, mißhandelt. Das Landgericht Karlsruhe hat in diesem Jahr mit Haftstrafen die brutale Ausbeutung von Frauen durch ihre Zuhälter geahndet. Im Prozess konnte man Einblicke in das hochkriminelle Milieu der Zwangsprostitution beim Straßenstrich in Karlsruhe bekommen. Die Not der Frauen sowohl in ihrem Herkunftsland als auch bei uns ist groß. 

Deutlich wurde, dass diese Zustände schon vor den jetzigen Tatzeiträumen „normal“ waren: Frauen werden mit falschen Versprechungen angelockt, mit einem Abhängigkeits- und  Gewaltsystem versklavt, ausgenutzt und ausgenommen. Profiteure sind die Hintermänner und die Freier. Die einen bringen das Geld, die anderen nehmen es den Frauen gleich wieder ab. 

In einer Kooperation der Bürgerinitiative Durlach gegen Prostitution, Evangelischer Akademie und Evangelischer Stadtkirchengemeinde Durlach sollen mehrere Veranstaltungen ausleuchten, welche Gewalt in der Prostitution herrscht und in die Gesellschaft ausstrahlt. 

Es geht darum, was Frauen in diese Verhältnisse bringt – und auch wieder heraus. Außerdem wollen wir herausfinden, welche Perspektiven wir hier in Karlsruhe haben, diese Zustände zu ändern.

Eine Buchlesung (gemeinsam mit der Buchhandlung Der Rabe), die Vorstellung von Fotografien über Frauen, Freier und Orte der Prostitution, sowie ein Film zeigen die Lebensrealität von Prostituierten, die Auswirkungen auf die Gesellschaft und Veränderungsmöglichkeiten. Ein Gottesdienst wird die Themen aus christlicher Perspektive betrachten. Ein Wissenschaftler wird die Auswirkungen einer anderen Rechtslage in Schweden, Norwegen und Frankreich auf Menschenhandel und Zwangsprostitution darlegen und es wird über die Lage in Karlsruhe und die Perspektiven in unserer Stadt diskutiert.

 

Zu den einzelnen Veranstaltungen (wenn nicht anders angegeben, finden die Veranstaltungen im Gemeindesaal der evangelischen Stadtkirchengemeinde Durlach, Am Zwinger 5, statt):

Veranstaltungen

Wenn nicht anders angegeben, finden die Veranstaltungen im Gemeindesaal der evangelischen Stadtkirchengemeinde Durlach, Am Zwinger 5, statt

Freitag, 8. Mai 2026, 19 Uhr 

Die (un)verborgene Gewalt gegen Frauen. Barbara Schmid, die Autorin von „Schneewittchen und der böse König“, liest aus ihrem neuen Buch über den Zusammenhang von Prostitution und Gewalt gegen Frauen und was dagegen hilft. 

Dienstag, 19. Mai 2026, 19 Uhr | Kinemathek, Kaiserpassage 6, Karlsruhe 

Der Dokumentarfilm Aufbruch - Prostitution überwinden beleuchtet die Einflüsse, die das System Prostitution auf Individuen und die Gesamtgesellschaft hat. Er geht unter die Haut. Anhand der Geschichte einer Aussteigerin und Erfahrungen aus Trauma-Therapie, Gynäkologie und Sozialarbeit, ergänzt durch Perspektiven eines Sexkäufers, einer Philosophin und von Frauenrechtlerinnen, werden die körperlichen und insbesondere die psychischen Wirkfaktoren des Kaufens und Verkaufens von Sex deutlich. Am Ende wird klar: Das Thema geht uns alle an! Wir laden daher im Anschluss an den Film alle Männer und Frauen herzlich zu einer Gesprächsrunde mit der Filmemacherin Kristine Tauch und dem Vorsitzenden von ZeroMacho, Jörg Kuebart, ein. 

Samstag 13. Juni 2026, 17 Uhr 

Bildvortrag von Bettina Flitner „Prostitution. Freier-Frauen-Orte“ 

Bettina Flitner zeigt Fotografien aus ihrem  Fotoband „Prostitution - Freier, Frauen,
 Orte" und berichtet von ihren Recherchen  dazu. 

Anschließend:

Gespräch über die Lage in Karlsruhe mit 
Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (Stadt Karlsruhe), dem Prozessbeobachter der BNN Wolfgang Voigt und Ulrike Schulte (Vertreterin der Bürgerinitiative) 

Sonntag, 14.Juni 2026, 10 Uhr | Stadtkirche Durlach 

 In einem Gemeindegottesdienst in der Stadtkirchengemeinde Durlach wird die Veranstaltungsreihe aus christlicher Perspektive ergänzt.  

Freitag, 26. Juni 2026, 19 Uhr: 

Gespräch mit Dr. jur. Jakob Drobnik über seine Analyse zu den rechtlichen und ethischen Auswirkungen der Nordischen Modelle in Schweden, Norwegen und Frankreich